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Bei der Herzdiagnostik kommen verschiedene Techniken zum Einsatz. Üblich sind EKG, Ultraschall, Blutwertanalyse und Röntgenaufnahmen. Manchmal kann eine Herzkatheter-Untersuchung, eine Radionuklidventrikulographie oder ein Lungenfunktionstest sinnvoll sein. Was passiert bei diesen Methoden und welche Herzuntersuchungen gibt es noch?

Herzuntersuchung: Ärztin führt beim Mann Herz-Ultraschall zur Herzdiagnostik durch.
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Herzuntersuchungen setzen sich aus vielen Methoden zusammen.

Herzdiagnostik: Am Anfang stehen Anamnese und körperliche Untersuchung

Verschiedene Symptome wie Müdigkeit, Atemnot oder Wassereinlagerungen (Ödeme) deuten auf eine Herzinsuffizienz hin. Wenn der Patient mit diesen Anzeichen zum Arzt kommt, nimmt der Mediziner zunächst eine ausführliche Anamnese vor, um die genauen Ursachen herauszufinden.

Er führt eine intensive Befragung des Patienten durch. Typische Fragen bei einem Anamnesegespräch sind:

  • Welche Symptome treten auf?
  • Wie lange bestehen die Beschwerden bereits?
  • In welchen Situationen treten die Symptome auf?
  • Gibt es in der Familie eine Krankheitsgeschichte?
  • Kommen momentan familiäre oder seelische Belastungen vor?

Im Anschluss daran kommt die körperliche Untersuchung: Der Arzt misst Puls, Blutdruck, Gewicht, Größe und hört mit dem Stethoskop Herz sowie Lunge ab. Wichtig für die Herzdiagnostik sind zudem die Hautfarbe und -temperatur des Patienten, weil sie zeigen, wie gut der Körper durchblutet ist. Auch eventuell vorhandene Wassereinlagerungen (Ödeme) sind für den Mediziner bei der Untersuchung von Bedeutung.

Nach der körperlichen Untersuchung kommen dann unter Umständen weitere technische Methoden zum Einsatz.

Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung)

Die Ultraschalluntersuchung (Echokardiographie) ist eine häufig angewandte Methode, mit der sich der Arzt das Herz genauer ansehen kann. Die Untersuchung ist für den Patienten schmerzfrei und dauert etwa 10 bis 15 Minuten.1

Der Mediziner trägt Kontaktgel auf die Brust auf und fährt dann vorsichtig mit den Ultraschallkopf darüber. Das Bild ist auf einem Bildschirm des Ultraschallgeräts zu sehen und gibt Aufschluss über:

In manchen Fällen ist es bei der Echokardiographie nötig, das Herz unter Belastung zu sehen. Der Patient muss sich in diesem Fall vorher für kurze Zeit bewegen oder bekommt ein pulssteigerndes Medikament.

Elektrokardiogramm (EKG)

Das Elektrokardiogramm, kurz EKG, gehört zu den wichtigsten Untersuchungsmethoden des Herzens.

Beim EKG bekommt der Patient Elektroden auf die Brust, die Handgelenke und die Fußknöchel geklebt, die den Herzschlag sowie die elektrische Aktivität des Herzens messen. Am Aufzeichnungsgerät erscheinen die gemessenen elektrischen Impulse dann als sogenannte EKG-Kurven. Das EKG zeigt neben der Pulsfrequenz und der Regelmäßigkeit des Herzschlags auch, ob

  • der Patient bereits einen Herzinfarkt erlitten hat,
  • eine zu geringe Durchblutung des Herzens vorliegt,
  • es unter großer Last arbeitet oder
  • es vergrößert ist.

Das EKG ist schmerzfrei für den Betroffenen und dauert etwa fünf Minuten.2,3 Beim Langzeit-EKG bekommt der Patient ein mobiles EKG-Gerät mit nach Hause, das über einen Zeitraum von 24 Stunden die Herztätigkeit aufzeichnet.  Das Gerät bringt der Patient in der Regel am nächsten Tag zum Arzt, der die Daten auswertet und so besser beurteilen kann, ob möglicherweise eine Herzinsuffizienz vorliegt.

Weitere Methoden zur Herzdiagnostik: Blut- und Urinuntersuchungen

Bei einer umfassenden Herzdiagnostik kommen auch Blut- und Urinuntersuchungen zum Einsatz. Sie geben Hinweise darauf,

  • welche Ursachen dem geschwächten Herzen möglicherweise zugrunde liegen,
  • ob bestimmte Begleiterkrankungen, beispielsweise der Leber oder Niere, vorliegen,
  • wie fortgeschritten die Herzinsuffizienz ist
  • und welche Therapie sich eignet.

Die Laborwerte bei Herzinsuffizienz sind hilfreich, um den Schweregrad der Erkrankung einzuschätzen und die geeignete Therapie festzulegen. Bei den laborchemischen Untersuchungen überprüft das medizinische Fachpersonal beispielsweise die Werte von Natrium, Kalium, Calcium, Harnstoff, Kreatinin sowie bestimmten Leberenzymen.

Bei der Herzuntersuchung gehört eine Blutentnahme dazu: Pflaster mit Herz aus Blut.
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Zur Herzdiagnostik gehören auch Blutuntersuchungen. 

Eine Blutuntersuchung auf die Herzinsuffizienz-Biomarker BNP (brain natriuretic peptide) und NT pro-BNP (N-terminales pro-BNP) kann die Diagnose der Herzinsuffizienz nach einem EKG noch weiter erhärten. Dabei handelt es sich um bestimmte Eiweiße (Proteine), die bei einer Überlastung des Herzens verstärkt freigesetzt werden. Zur vollständigen Abklärung nach einem auffälligen EKG und entsprechenden Werten der Biomarken (messbare, biologische Merkmale von Prozessen im Körper) wird häufig noch eine Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung) gemacht.

Gut zu wissen: Um den Behandlungserfolg einer Herzinsuffizienz zu überprüfen, wiederholt der Arzt regelmäßig die Blutuntersuchung auf Biomarker.

Röntgen-Thorax zur Herzuntersuchung

In einigen Fällen veranlasst der Arzt eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Röntgen-Thorax). So kann er erkennen, ob

  • andere Lungenerkrankungen (beispielsweise Lungenkrebs) die Atemnot verursachen,
  • sich Blut in die Lungengefäße zurückstaut oder
  • ein Lungenödem vorliegt.

Sinnvoll ist die Methode zur Herzdiagnostik zudem bei Patienten mit Verdacht auf eine akute Herzinsuffizienz. Sie wollen mehr über die Herzuntersuchung wissen?

Herz-Untersuchungsmethoden, die bei Bedarf angewendet werden

Neben den Standarduntersuchungen kann der Arzt auf weitere Untersuchungen zurückgreifen. Je nach Patient und Symptomatik stehen verschiedene Methoden zur Verfügung.

Herz-Magnetresonanztomographie (MRT)

Für die Herzdiagnostik beim Radiologen muss der Patient in einer Röhre liegen, während Magnet- und Radiowellen ein Bild von seinem Herzen erstellen. Die Kardio-MRT gibt Aufschluss über Struktur und Funktionsweise und kann beispielsweise Entzündungen des Herzmuskels feststellen.

Herzkatheter-Untersuchung (Koronarangiographie)

Bei Verdacht auf Verengungen der Herzkranzgefäße führt der Kardiologe die Analyse durch. Diese Methode zeigt, wie die Druckverhältnisse im Inneren des Herzens sind und wie gut die Herzklappen arbeiten. Eventuell bestehende Verengungen, die womöglich einen Herzinfarkt auslösen, werden dabei in der Regel erkannt und gleich behandelt.

Myokardszintigraphie

Ebenso hilft die sogenannte Myokardszintigraphie, mehr über die Durchblutung des Herzmuskels und die Herzfunktion zu erfahren. Verengungen der Herzkranzgefäße im Rahmen der koronaren Herzkrankheit können dadurch beispielsweise ermittelt werden. Die Herzuntersuchung erfolgt über einen Computertomographen (CT).

Radionuklidventrikulographie

Die Radionuklidventrikulographie (Herzbinnenraumszintigraphie) gibt Aufschluss über:

  • Funktionsweise der Herzkammern (Ventrikel) und Herzklappen
  • Wandbewegungen des Herzens
  • Blutmenge, die die Kammern pro Herzschlag in den Körper pumpen (Auswurfleistung)
  • Geschwindigkeit von Füllung und Entleerung der Kammern

Ähnlich wie bei der Myokardszintigraphie bekommt der Patient gering radioaktive Substanzen in die Vene verabreicht, um so bestimmte Bereiche des Herzens besonders gut sichtbar zu machen. Bei der Untersuchung werden dann in Ruhe und unter Belastung (beispielsweise auf dem Liegefahrrad) mithilfe einer sogenannten Gammakamera detaillierte Aufnahmen vom Herzen erstellt.

Neben der Kamera, die der Radiologe vor der Brust des Patienten ausrichtet, bekommt der Betroffene bei der Radionuklidventrikulographie auch EKG-Elektroden aufgeklebt. Das EKG ermittelt die optimalen Zeitpunkte für die Aufnahmen, die Gammakamera nimmt dann mehrere Bilder pro Herzschlag auf.

Die Radionuklidventrikulographie kommt vor allem bei einer vermuteten Herzinsuffizienz zum Einsatz, weil

  • eine Herzschädigung (beispielsweise Defekt in der Herzscheidewand) vorliegt oder
  • eine Aortenklappeninsuffizienz besteht, die Aortenklappe also nicht mehr richtig schließt.

Mittlerweile setzen Mediziner anstelle der Radionuklidventrikulographie zunehmend die Echokardiographie ein. Sie ermöglicht eine ähnlich genaue Darstellung der Auswurfleistung und verläuft ohne Strahlenbelastung für den Patienten.

Lungenfunktionstest (Spirometrie)

Die Spirometrie ist die am häufigsten angewandte Methode zur Überprüfung der Lungenfunktion, denn ihre Auswertung ermöglicht relativ exakte Aussagen über das Lungen- und Atemvolumen sowie die Atemströme des Patienten.5 

Die Lungenfunktionsprüfung führt der Hausarzt oder der Lungenfacharzt durch. Hierbei atmet der Patient in ein Mundstück, das mit dem Spirometer verbunden ist. Die Nase des Patienten wird mit einer Klammer verschlossen. Das Gerät misst Stärke sowie Tiefe der Atemzüge und zeichnet die durchströmende Luftmenge und -geschwindigkeit auf. Die beim Lungenfunktionstest gemessenen Werte geben Aufschluss über den Funktionszustand der Lunge.

Die Funktionen von Lunge und Herz hängen unmittelbar zusammen. Eine fortschreitende Herzinsuffizienz kann auch die Lunge in Mitleidenschaft ziehen. Denn wenn die geschwächte linke Herzkammer nicht mehr ausreichend Blut in den Körperkreislauf pumpt, verbleibt es im Herzen und kann sich bis in die Lunge zurückstauen. Der hohe Druck, der durch den Rückstau entsteht, führt zu Wassereinlagerungen (Ödemen) und einer Funktionseinschränkung der Lunge, die der Arzt durch die Werte eines Lungenfunktionstests erkennen kann. Deshalb ordnet er in manchen Fällen bei vorliegender Linksherzinsuffizienz eine Lungenfunktionsprüfung an.

Andererseits können auch vorliegende Lungenerkrankungen, beispielsweise COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease; deutsch: chronisch obstruktive Lungenerkrankung), zu einer Herzinsuffizienz führen: Durch die Lungenerkrankung, die durch einen Lungentest nachgewiesen wird, entsteht ein erhöhter Widerstand in der Lunge. Die rechte Herzkammer muss entsprechend stärker pumpen, zugleich staut sich das Blut zurück in die Lungenarterie und die rechte Herzkammer. Sie dehnt sich aus, wodurch sich die Pumpkraft verringert (Cor pulmonale). Es kommt zur Rechtsherzinsuffizienz.

Regelmäßiger Herz-Kreislauf-Check-up

Unabhängig von den Untersuchungsmethoden zur Diagnostik einer Herzinsuffizienz sind regelmäßige Herz-Kreislauf-Checks ratsam – mit, aber auch ohne eine bestehende Herzschwäche. Ab einem Alter von 35 und in einem Intervall von drei Jahren zahlt die Krankenkasse folgende Maßnahmen zur Herzdiagnostik:6,7

  • Blutdruckmessung
  • Pulsfrequenzuntersuchung
  • Abhören der Herztöne

Fallen dem Arzt dabei Unregelmäßigkeiten auf, können weitere Untersuchungen folgen. Liegen Risikofaktoren wie Übergewicht, Nikotinkonsum, familiäre Vorbelastungen oder Beschwerden wie Atemnot und schnelle Ermüdung vor, entscheidet der Mediziner individuell über die weiteren Maßnahmen.

Carotis-Untersuchung

Um frühzeitig Gefäßverkalkungen und somit das Risiko für einen Herzinfarkt zu erkennen, kann eine Carotis-Duplex-Sonographie sinnvoll sein. Dabei führt der Arzt einen Ultraschall der Halsschlagader durch. 

FAQs: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Herzuntersuchungen

Wie kann der Arzt eine Herzinsuffizienz feststellen?

Der Arzt stellt die Diagnose durch ein Anamnesegespräch, Blut- und Urinanalyse sowie geeignete körperliche Untersuchungen des Herzens, beispielsweise EKG, Herzultraschall oder Kardio-MRT.

Sind Herzuntersuchungen schmerzhaft?

Nein, in der Regel haben Patienten bei einer Herzuntersuchung keine Schmerzen

Sind Herzuntersuchungen anstrengend für den Körper?

Das kommt auf die Art der Herzuntersuchung an. Ein Belastungs-EKG geht mit erhöhter körperlicher Anstrengung einher, beim Röntgen-Thorax ist der Patient Strahlenbelastung ausgesetzt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Vor- und Nachteile der Untersuchungen, wenn Sie sich diesbezüglich unsicher sind.

Sind Herzuntersuchungen gefährlich?

Die Methoden, die bei der Herzdiagnostik zur Verfügung stehen, sind sehr erprobt und gehören für Haus- und Fachärzte zur Routine. Trauen Sie sich, im Arztgespräch Bedenken zu äußern, wenn Sie sich unsicher sind.

Was haben Herzinsuffizienz und Lungenfunktion miteinander zu tun?

Sie hängen eng zusammen. Eine Herzinsuffizienz im fortgeschrittenen Stadium kann auch die Lungenfunktion beeinträchtigen. Umgekehrt können Lungenerkrankungen Auswirkungen auf die Herzgesundheit haben. Deshalb wird neben verschiedenen Herzuntersuchungen bei manchen Patienten auch ein Lungentest durchgeführt.

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